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2026-10-30

Das Bett ist kein Büro (auch wenn der Laptop das anders sieht)

Von Marietta

Das Bett ist kein Büro (auch wenn der Laptop das anders sieht)

Schon mal im Bett gearbeitet? Natürlich hast du das. Spätestens seit dem Homeoffice-Boom ist das Bett für viele von uns Schreibtisch, Kino, Esstisch und Telefonzentrale in einem. Der Laptop balanciert auf der Bettdecke, daneben steht ein Teller mit Krümeln, und irgendwo zwischen den Kissen liegt ein Ladekabel, das garantiert nachts in deinem Rücken landet.

Klingt gemütlich, und das ist es auch, zumindest für die erste Stunde. Und dann wundern wir uns, warum wir abends im Bett liegen und das Gehirn einfach nicht abschalten will.

Dein Gehirn ist ein Gewohnheitstier

Unser Kopf ist ziemlich gut darin, Orte mit Tätigkeiten zu verknüpfen. Die Küche heisst Essen, das Sofa heisst Entspannen, das Büro heisst Arbeiten, und das Bett sollte eigentlich heissen: Schlafen.

Wenn wir im Bett aber Mails beantworten, Tabellen ausfüllen und uns über Kollegen ärgern, lernt das Gehirn etwas ganz anderes. Bett heisst plötzlich wach sein, nachdenken, funktionieren. Und genau dieses Gefühl kommt zurück, wenn wir eigentlich einschlafen wollen. Schlafforscher empfehlen deshalb eine ziemlich einfache Regel: Das Bett ist zum Schlafen da und für die Liebe, für sonst eigentlich nichts.

Und Netflix?

Ich weiss, eine Folge im Bett ist etwas vom Gemütlichsten überhaupt. Aber aus einer Folge werden schnell drei, das helle Licht vom Bildschirm hält wach, und das Staffelfinale ist nicht unbedingt das beste Schlaflied.

So holst du dir dein Bett zurück

1. Ein fester Arbeitsplatz. Auch wenn es nur eine Ecke am Küchentisch ist: Arbeit gehört an einen Tisch und nicht unter die Decke.

2. Der Laptop schläft draussen. Lade Handy und Laptop über Nacht ausserhalb des Schlafzimmers. Wecken kann dich auch ein ganz normaler Wecker.

3. Ein Abendritual. Ein Buch, ein Tee oder ein paar Seiten im Tagebuch, irgendetwas, das dem Kopf sagt, dass jetzt Feierabend ist.

4. Wach im Bett? Aufstehen. Wenn du nach etwa zwanzig Minuten noch hellwach bist, steh lieber kurz auf, lies etwas bei gedämpftem Licht und geh erst wieder ins Bett, wenn du müde bist. So bleibt das Bett ein Ort zum Schlafen und nicht zum Grübeln.

Fazit

Dein Bett ist der schönste Ort deiner Wohnung, gib ihm also nicht den Job deines Schreibtischs. Umgekehrt willst du ja auch nicht auf der Tastatur einschlafen.

Und die Krümel? Die finden wir ohnehin erst um zwei Uhr nachts.

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