2026-10-30
Die Snooze-Taste: Neun Minuten Selbstbetrug
Von Marietta

Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker, und deine Hand findet blind die Snooze-Taste, schneller als jeder Ninja. Um 6:39 Uhr klingelt er wieder, Snooze, um 6:48 Uhr noch einmal, Snooze. Und um 7:15 Uhr springst du in Panik aus dem Bett, fühlst dich wie gerädert und fragst dich, warum du so unglaublich müde bist, obwohl du doch «extra länger geschlafen» hast.
Kennt ihr das? Ich fürchte, wir alle kennen das.
Warum eigentlich neun Minuten?
Etwas Futter für den nächsten Smalltalk: Die Schlummerfunktion klassischer Wecker dauert oft genau neun Minuten. Der Grund ist angeblich ganz banal: Bei den alten mechanischen Weckern liessen sich die Zahnräder so am einfachsten einstellen. Und dabei ist es bis heute geblieben, sogar auf manchem Smartphone.
Warum Snoozen selten hilft
Jetzt kommt der unangenehme Teil. Diese paar geschenkten Minuten sind kaum echter Schlaf, eher ein Dösen mit Unterbrechung. Jedes Mal, wenn der Wecker klingelt, wirst du aus dem Schlaf gerissen, und jedes Mal, wenn du wieder wegdämmerst, beginnt das Einschlafen von vorn.
Dazu kommt die sogenannte Schlafträgheit: Direkt nach dem Aufwachen ist das Gehirn noch im Halbschlafmodus, ein bisschen wie ein Computer, der noch Updates installiert. Wer immer wieder snoozt, zögert diesen Neustart nur hinaus. Ganz fair muss man sagen: Die Forschung ist sich da nicht einig, und wer gern ein- oder zweimal snoozt, nimmt laut einer schwedischen Studie keinen grossen Schaden. Ein ausgeschlafener Mensch wird daraus trotzdem nicht.
So gewinnst du gegen die Taste
1. Den Wecker auf die echte Zeit stellen. Wenn du um 7:00 Uhr aufstehen musst, stell ihn auf 7:00 Uhr. Die halbe Stunde Snooze-Dösen davor bringt dir wenig.
2. Den Wecker verbannen. Leg ihn ans andere Ende des Zimmers. Wer aufstehen muss, um ihn auszuschalten, ist schon halb wach.
3. Licht an. Helles Licht am Morgen sagt dem Körper, dass der Tag beginnt. Vorhänge auf oder ein Lichtwecker helfen enorm.
4. Eine kleine Belohnung. Der erste Kaffee, fünf stille Minuten am Fenster, das Lieblingslied. Aufstehen fällt leichter, wenn es sich lohnt.
5. Abends früher ins Bett. Ich weiss, aber wer jeden Morgen dreimal snoozt, sagt eigentlich nur eines: Ich schlafe zu wenig.
Fazit
Die Snooze-Taste ist eine sehr charmante Lügnerin. Sie verspricht dir mehr Schlaf und gibt dir vor allem Dösen.
Aber gut, wir drücken trotzdem alle nochmal drauf, nur noch neun Minuten.
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