2026-10-30
Wer schnarcht, verliert? Nächtliche Konzerte und wie man sie überlebt
Von Marietta

Kennst du das? Es ist kurz nach Mitternacht, du bist endlich weggedämmert – und plötzlich startet neben dir ein Motorrad. Kein echtes, natürlich, nur dein Lieblingsmensch, der friedlich auf dem Rücken liegt und dabei klingt, als würde er im Schlaf einen halben Wald zersägen. Und das Beste: Am nächsten Morgen weiss er von nichts. «Ich? Schnarchen? Niemals!»
Ich gebe zu, in solchen Nächten kommen einem sehr kreative Gedanken. Die meisten davon sind nicht jugendfrei. Also schauen wir uns das Ganze lieber einmal in Ruhe an.
Warum schnarchen wir überhaupt?
Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur im Rachen. Gaumensegel, Gaumenzäpfchen und Zunge werden weich wie Pudding, die Atemwege werden enger, und die Luft, die da durchmuss, bringt alles zum Flattern. Das Ergebnis kennen wir alle. Besonders gern passiert das in Rückenlage, nach einem Glas Wein zu viel oder wenn die Nase gerade beschlossen hat, Feierabend zu machen.
Wann es ernst wird
Bevor wir zu den Tricks kommen, eine Sache ohne Augenzwinkern: Wenn das Schnarchen immer wieder von Atempausen unterbrochen wird, wenn jemand nach Luft schnappend aufwacht oder tagsüber ständig müde ist, gehört das zur Ärztin oder zum Arzt. Dahinter kann eine Schlafapnoe stecken, und die lässt sich gut behandeln.
Was hilft – dem Schnarcher und dir?
1. Ab auf die Seite. In Seitenlage rutscht die Zunge weniger nach hinten. Der alte Trick mit dem Tennisball, der hinten ins Pyjamaoberteil genäht wird, klingt nach Folter und funktioniert, wenn man ihn aushält.
2. Den Abendwein überdenken. Alkohol lockert nicht nur die Stimmung, sondern auch die Rachenmuskeln. Wer abends weniger trinkt, schnarcht oft leiser.
3. Kopf und Nacken richtig lagern. Ein Kissen, das den Nacken stützt, statt ihn abzuknicken, hält die Atemwege freier.
4. Freie Nase. Ein warmes Bad, ein Schlafzimmer, das nicht zu trocken ist, und im Frühling vielleicht ein Blick auf den Pollenflug.
5. Ohrstöpsel für dich. Klingt nach Kapitulation, ist aber reine Diplomatie.
Schnarchen ist selten böse Absicht und fast nie ein Beziehungsdrama, auch wenn es sich um zwei Uhr nachts genau so anfühlt. Mit ein paar Tricks wird aus dem Konzert meistens ein leises Summen.
Oder du nimmst es sportlich: Wer so laut sägt, hat wenigstens Durchhaltevermögen.
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